Ein neuer netter Zeitungsartikel aus dem Westfälischen Anzeiger:
27.09.2008 · Hammer Gesichter im Fernsehen? Oder in Anzeigenserien? Zugegeben eine Seltenheit. Eine Prise Uwe Kröger; ein Statement von Laurenz Meyer, dazu ein Hauch Till Hoheneder in der Paul-Potts-Nummer.
Jonas Ems hatte seine Auftritte in Peking. Dann wird es aber auch schon ganz schön eng. Bis jetzt. Denn seit einigen Tagen wirbt eine große deutsche Versicherung mit dem Bild und dem Namenszug von Jasmin Schornberg. Die in Lippstadt geborene Kanu-Slalomfahrerin vom Kanu-Ring Hamm ist (noch) Sportsoldat in Augsburg und bereitet sich auf ihr Studium vor. In der Olympia-Qualifikation scheiterte sie nur knapp und ist amtierende Mannschafts-Europameisterin.
Was sie von ähnlichen erfolgreichen anderen deutschen Athletinnen unterscheidet? Sie sieht auch noch blendend aus. Dies hat sich in der Werbewirtschaft und bei den Kreativen wohl herumgesprochen. Denn Jasmin Schornberg hatte auch ohne sportlichen Olympia-Wettkampf gut zu tun. Erst kam die Foto-Serie in der September-Ausgabe des Magazins FHM. Mit deutlich mehr Textilien am Körper als z. B. im Playboy (vielleicht 200 Quadratzentimeter), für eine Hammer Sportlerin aber eine sicher recht ungewöhnliche Bekleidung. Und jetzt die Anzeigen- und Spotserie in Zeitschriften und im Fernsehen für eine große Versicherung. Der zweite Platz bei den World Series am Wochenende in Markkleeberg hat gezeigt, dass sich Zielkameras und Modekameras nicht ausschließen.
Kritiker werden jetzt sagen, dass sich Jasmin Schornberg auf ihre sportliche Karriere konzentrieren und solche Ausflüge in die Glitzerwelt lassen soll. Aber warum? Vom Kanu-Slalomfahren wird man nicht reich. Die 1 000 Euro, die Sebastian Schubert für seinen Sieg in Markkleeberg gewann, sind da schon die Ausnahme. Jonas Ems ärgerte sich, weil er für die Olympia-Qualifikation auf das Kanalrennen in Potsdam verzichten musste. Da gibt es Preisgelder in einer Höhe, in der in anderen Sportarten die Aktiven nicht einmal den Trainingsanzug ausziehen würden. Wenn sich dann Möglichkeiten ergeben wie bei Jasmin Schornberg, dann muss man zugreifen und nicht lange fragen.
In der Anzeige heißt es: Jasmin Schornberg, Weltmeisterin 2007 im Kanu-Slalom. Der Verband hätte viel Geld ausgeben müssen, um eine ähnliche Werbung betreiben zu können. Er müsste Jasmin Schornberg zu Füßen liegen vor Dankbarkeit. Doch wie geht es weiter? Werbe-Ikonen in der Anfangszeit wie Franz Beckenbauer (,,Kraft in den Teller”) hatten noch mit Schwachsinnstexten zu kämpfen. Da ist man subtiler geworden. Aber hat sich ein Gesicht erst einmal durchgesetzt, dann ist die Grenze nach oben offen. Natürlich alles Spekulation, aber man wird die Sache aufmerksam beobachten müssen. Schließlich ist es immer gut, wenn man verschiedene Standbeine hat.
Natürlich steht auch bei Jasmin Schornberg der Sport im Vordergrund, aber dem Bekanntheitsgrad schaden solche Aktionen wie jetzt nicht. Sportliche Ziele gibt es genug, auch wenn die nächste Olympia-Qualifikation noch weit hin ist. Aber Einzeltitel bei Welt- und Europameisterschaften sind ja auch nicht zu verachten. Und außerdem: Fotos von einer Siegerehrung mit Jasmin Schornberg sind echte Hingucker. Wünschen wir uns mehr solcher Fotos 2009. – tt
